Pasta von Dolce & Gabbana: Weshalb die Mode jetzt das Alltägliche liebt

Pasta von Dolce & Gabbana: Weshalb die Mode jetzt das Alltägliche liebt

Würden Sie Pasta für 95 Euro kaufen? Wenn Sie großer „Dolce & Gabbana“-Fan sind, dann spätestens jetzt wahrscheinlich schon: Anlässlich ihrer Capsule Collection für Harrod’s hat sich das Designer-Duo mit der Pasta-Manufaktur Pasta di Martino zusammengetan und eine eigene Pasta entwickelt. Ein weiteres Beispiel dafür, wie besessen die Modewelt gerade vom Alltäglichen und seiner Stilisierung ist.

Mittlerweile ist es ein bekanntes Bild, dass Dolce & Gabbana in ihren Shows auf die Macht der Influencer setzen und diese wiederum als Models auf ihren Runways einsetzen – das ist seit Februar dieses Jahres so. Zuvor, es war im September 2016, setzen Stefano Gabbana und Domenico Dolce allerdings auf andere Gäste auf ihrem Mailänder Laufsteg: Jugendliche aus Sizilien führten eine Breakdance-Performance auf – es war sizialianische Folklore, und entsprechend waren auch die Prints an einigen der Entwürfe der Kollektion gestaltet. Nudeln, typisch italienische Pasta, waren eines der großen Themen. Was man sonst kulinarisch mit Italien verbindet, war nun zur Mode geworden, eine Feier und Stilisierung des Alltäglichen.

Jetzt schließt sich der Kreis: Was vor rund einem Jahr noch Print war, ist jetzt wiederum Wirklichkeit geworden. Für ihre Capsule Collection für Harrod’s und um ihren Christmas Shop in dem Londoner Kaufhaus zu feiern, stellten Dolce & Gabbana in Kooperation mit der edlen Pasta-Manufaktur Pasta di Martino „Dolce & Gabbana“-Nudeln her. Es gibt sie in der Food-Abteilung von Harrod’s zu kaufen und auch online, für 95 Euro. Eine Idee der Mode, eine Spielerei, ein Aufgreifen der Wirklichkeit in einem Print, wird damit nun Wirklichkeit. Und das ist ein weiteres Zeichen dafür, wie besessen Modemarken heute davon sind, das Alltägliche in ihren Produkten zu stilisieren.

Damit treffen Domenico Dolce und Stefano Gabbana einen Nerv der Zeit  und beteiligen sich an einem Trend, der vor allem von Streetwear-Labels initiiert wurde. Es ist nicht Neues, dass Modemarken expandieren, auch andere Produktbereiche erschließen, aber selten vorher war das BedÃrfnis der Kunden nach einer Stilisierung des Alltags offensichtlich so hoch wie heute. Eines der besten Beispiele der letzten Zeit: der Backstein, den es von Supreme zu kaufen gab. Marken schaffen es, wenn sie nur eine Fangemeinde haben, die treu genug ist, nahezu alles zum Lifestyleprodukt zu machen. Und andersherum bedient sich die Mode mehr denn je an Dingen, die alltäglich und eben alles andere als High Fashion sind.

Streetwear-Labels, die diesen Trend verfolgen sind unter anderem Vetements, Balenciaga, Gosha Rubchinskiy oder Heron Preston. Die besten Beispiele kommen von Demna Gvasalia, der für Balenciaga Automatten zu Röcken machte oder die Schweizer Denner-Tüten im neuesten Vetements-Lookbook als Accessoires einsetzte. Es gipfelte in der Balenciaga-Tasche, die deutlich der bekannten Plastik-Tüte von Ikea entlehnt war. Das Streetwear-Label Off-White hingegen kooperierte direkt mit Ikea: Virgil Abloh entwarf einen Teppich. Nie waren die Wechselwirkungen zwischen Alltäglichem und High Fashion so eng wie jetzt

Quelle: Vogue

Kommentare 0

Email wird nicht angezeigt

Dein Kommentar muss von einem Admin geprüft werden.